Blog · Mama-Gefühle · universell
Ruhig bleiben, wenn dein Kind schreit: 3 Anker für den Moment
Kasse 3, Freitagnachmittag.
Das Band schiebt sich im Schneckentempo, hinter dir wartet schon die nächste Kundin, und dein Kind hat die Schokolade entdeckt, die du gerade zurückgelegt hast. Erst ein Quengeln. Dann ein Schrei, so laut, dass die Kassiererin kurz aufblickt.
Dein Kind lässt sich fast auf den Boden sinken, dein Herz schlägt auf einmal viel zu schnell, dein Nacken wird heiß, und du spürst, wie die Blicke der Schlange an dir kleben.
„Alle schauen. Und ich krieg das gerade überhaupt nicht ruhig hin."
Was in dir passiert, wenn dein Kind schreit
Ein schreiendes Kind ist für deinen Körper kein kleines Ärgernis. Es ist ein Alarm.
Herzschlag hoch.
Nacken heiß.
Gedanken eng.
Das ist dein Nervensystem, das auf „Gefahr" schaltet — nicht weil wirklich Gefahr da ist, sondern weil Lautstärke und fremde Blicke genau die Knöpfe drücken, die uns seit jeher alarmieren. Das ist keine Charakterschwäche. Das ist Biologie.
Und dein Kind steckt gerade im selben Zustand, nur ohne die Werkzeuge, die du als Erwachsene hast, um da wieder rauszufinden.
Ruhig bleiben heißt nicht, nichts zu fühlen
Viele Mamas denken bei „ruhig bleiben" an: nichts spüren, nichts zeigen, einfach funktionieren. Aber so einfach ist es nicht — und so muss es auch nicht sein.
Das heißt nicht, dass du gar nichts mehr spüren darfst. Es heißt: Du darfst innerlich wackeln — und trotzdem der Anker sein, an dem dein Kind sich gerade festhält.
Drei Anker für den Moment
Wenn es an der Kasse (oder überall sonst) kippt
- Ein langer Atemzug — Ausatmen länger als Einatmen. Nicht, um „ruhig zu werden", sondern um deinem Körper das Signal zu geben: kein Notfall.
- Füße spüren. Merk kurz, wie dein Gewicht auf dem Boden steht. Ein winziger Moment, der dich aus dem Kopf zurück in den Körper holt.
- Ein kurzer, ruhiger Satz statt vieler Erklärungen. „Ich seh, das ist gerade richtig doof für dich." Mehr braucht es in diesem Moment oft nicht.
Nicht die perfekte Reaktion. Nicht die Erklärung, die alles sofort löst. Sondern drei kleine Griffe, die dich halten, während der Sturm deines Kindes durchzieht.
Welcher Wuttyp ist dein Kind?
Vulkan, Schnecke, Welle oder Blitz? Wenn du weißt, wie dein Kind wütet, fällt es dir leichter, in solchen Momenten selbst ruhig zu bleiben. Der kostenlose Test zeigt es dir in 3 Minuten.
Kostenlosen Wuttypen-Test startenWenn solche Momente bei euch öfter kippen — nicht nur an der Kasse — und du dir wünschst, nicht jedes Mal neu nach Ruhe suchen zu müssen: In meinem kostenlosen Workshop „Wenn es kippt" zeige ich dir, wie du in genau diesen Momenten klar bleibst, ohne dich selbst zu verlieren. Du musst dir diese Anker nicht allein zusammensuchen.
Schön, dass du hier bist.
Susanne